Das Schloss von Soiano (DEU)

Das Schloss von Soiano (DEU)

Das Schloss von Soiano

Das Schloss von Soiano beherrscht die Valtenesi. Es steht eine Sichtverbindung mit den Burgen von Polpenazze und Moniga, mit der Rocca von Manerba sowie mit dem Bergfried des Ricetto von Puegnago. Das Schloss von Soiano erhebt sich auf den Überresten einer römischen Befestigungsanlage, wie einige Strukturen der Fundamente sowie der Fund fragmentarischer Grab - und Weihinschriften belegen, von denen eine noch heute innerhalb der Mauern erhalten ist. Es wurde sehr wahrscheinlich infolge der Ungarneinfälle von 899 erbaut, die in mehreren Wellen über mehr als fünfzig Jahre nach dem Zerfall Frankreichs - dem Nachfolger des Langobarden Reiches - andauernden.

Das Schloss war Teil eines einheitlichen Verteidigung Systems zusammen mit den umliegenden Burgen von Desenzano, Lonato, Padenghe und Moniga. Es handelt sich bei allen um sogenannte “Castelli di Ricetto”, die dazu bestimmt waren, die Bevölkerung mit ihren Tieren, ihrem Hausrat und ihren Vorräten vor Plünderungen und feindlichen Überfällen zu schützen. Diese Burgen waren niemals Sitz eines Feudalherren, sondern stellten stets eine Form der kollektiven Selbstverteidigung der Gemeinde und ihrer Einwohner dar.
Während des gesamten Mittelalters und bis zur Herrschaft der Republik Venedig diente das Schloss als Versammlungsort der Familienoberhäupter, die hier ihre Vertreter, die sogenannten Konsuln, wählten und über die wichtigsten Angelegenheiten der Gemeinschaft bereiten.
Eine bedeutende Umgestaltung der Anlage erfolgte um 1330, als Mastino della Scala, Herr von Verona, unterstützt von der gesamten Benacensis Riviera, versuchte, Bresca einzunehmen. Nach der Niederlage Mastinos gelangte das gesamte Gebiet unter die Herrschaft Johanns von Böhmen. In der Folgezeit kam die Riviera unter die Herrschaft der Serenissima, der sie bis zur Cisalpinischen Republik angehörte. Im Laufe der Jahrhunderte diente das Schloss stets als Zufluchtsort für die Bevölkerung und ihr bescheidenes Hab und Gut bei den Durchzügen kriegführende Truppen, die häufig Übergriffen und Plünderungen hingaben. 

Der Turm, der zu Beginn des 18.Jahrhunderts zusammen mit der Zugbrücke neu errichtet wurde, ist mit Glocken ausgestattet, die im Dienst der Pfarrkirche stehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Privatbesitz übergegangen, wurde das Schloss 1985 von der Eigentümerfamilie Omodeo Salè der Gemeinde geschenkt. 

Der Zugang erfolgt über eine mächtige, gut erhaltene Befestigungsanlage; auf der rechten Seite befinden sich der Bergfried und der Glockenturm. Nach dem Durchschreiten des Eingangs gelangt man in einen kleinen Innenhof mit Zugängen zu niedrigen Räumen auf beiden Seiten, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch bewohnt waren. Von hier aus erreicht man den großen Platz, der heute für Aufführungen und sommerliche Veranstaltungen genutzt wird. 

Am Ende befinden sich die Reste der Ecktürme der Ostseite, von einem davon eröffnet sich ein herrlicher Blick auf den See und die Moränenhügel, die von Weinbergen und Olivenhainen durchzogen sind. Die gesamte Ringmauer ist sehr gut erhalten. Umgeben vom Gemeindepaket bleibt das Schloss bis heute das Symbol und das Herz der Gemeinschaft von Soiano.